Donnerstag, 12 Dezember 2019

2001 - Ball des Jahres

Vom ersten Walzer bis zum letzten Schmalzer volles Parkett in „Neuer Welt“

„Ball des Jahres“: Weltmeister begeistern mit Szene aus „Carmen“

Licht aus, Spot an: Um 21.40 Uhr waren am Sonnabendabend in der „Neuen Welt“ alle Scheinwerfer auf Bryan Watson und seine Partnerin Carmen gerichtet. Und alle Blicke folgten, kaum hatten die amtierenden Weltmeister der Professionals in Lateintänzen zu einem Cha-Cha angesetzt: Vom Parkett, von den Rängen und den Treppen aus beobachteten die Gäste jeden Schritt der beiden Tänzer, die die Temperatur im ohnehin schon stickigen Saal noch ein paar Grad ansteigen ließen. 

Der Auftritt des Südafrikaners und seiner deutschen Partnerin war unumstritten ein Höhepunkt auf dem „Ball des Jahres“, den die Chemnitzer Tanzschule Kießling zum 20. Mal in Zwickau veranstaltete. Zu dem seit Mai ausverkauften Fest bot das Paar neben Samba, Rumba und Jive eine Szene aus „Carmen“. Die schlüpfte von einem reizenden kleinen Nichts ins andere, während Watson die 900 Gäste unterhielt – und ihnen dabei zu ihrer großen Tanzfreudigkeit gratulierte. Dass seine Gäste tatsächlich das „tanzgeile Völkchen“ sind, als das Hans-Jörg Kießling sie bezeichnet hatte, bestätigte dem Tanztrainer auch seine ungarische Kollegin Marika Felczan. Sie war mit acht Paaren des TSC Bekescsaba angereist, die den Ball mit einem Wiener Walzer eröffnet hatten und später mit einer Standardtanzformation zu erleben waren. Obwohl begeistert von jeder Showeinlage, ließen die Gäste den Profis kaum die Zeit, das Parkett zu räumen. Dass dieses sich jedes Mal im Handumdrehen füllte, lag wohl auch an der Leipziger „High-Life-Show-Band“, deren Frontmann die musikalischen Karten immer wieder neu und immer wieder kräftig mischte.

Wer es denn schaffte, sich in der Menge ein Fleckchen freizutanzen, konnte sich vom Schwedenpop über Oldies und deutsche Schlager zu Broadway-Melodien und Reagge zu allem bewegen - was größtenteils vorbildlich nach Vorschrift gelang. Bis zum „Mambo No.5“, der eigentlich keiner war. Da schien sich die etwas ratlose Menge plötzlich auf FreeStyle zu einigen... So mischte auf dem Parkett das Ehepaar Müller aus Glauchau, „als Tänzer eher Laien“, kräftig mit. Mit ihrem zweiten Besuch auf einem Kießling-Ball sind sie auf dem besten Weg, Stammgäste zu werden, zu denen am Sonnnabend etliche Besucher zählten: Christa und Harald Inge aus Hartmannsdorf etwa, die zwischen Ballsaal und Foyer pendelten.

Im Vorraum spielte die Glauchauer Gruppe „Heinz“. Auf ihre Tanzfläche und an die Bars hatten sich nach 23 Uhr viele begeben, im großen Saal den Weg frei gemacht für volle Drehungen – und kurzes Durchamten für die zwei Dutzend Kellnerinnen und Kellner. Sie hatten mit Hackepeter und Soljanka sichergestellt, dass der 900-köpfigen (!) Ballgesellschaft der Tanzelan nicht ausgeht – vom ersten Walzer bis zum letzten Schmalzer. Den lieferte Sängerin Elke Strehlow: Mit dem Titanic-Song „My Heart will go on“ verabschiedete sie sich kurz nach ein Uhr vom Zwickauer Publikum.

Text (Von Ulrike Winter) und Bilder aus "Freie Presse", Zwickauer Ausgabe

Adresse

Tanzschule-Kießling - Die Tanzgesellschaft -
im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" Zwickau
verantwortlich: Lutz Felsmann
Telefon: 0176 57 69 7668
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