Donnerstag, 12 Dezember 2019

2013 - Neujahrsball

Neujahrsball der Tanzschule Kießling in der "Neuen Welt" ein Selbstläufer
Die meisten der 850 Gäste kommen jedes Jahr wieder

Zwickau. Annett und Thomas Apel gehören zu den Stammgästen des Balles. Sie haben im Januar 1991 mit dem ersten Grundkurs in der Tanzschule Kießling begonnen und damals auch gleich den ersten Ball in der "Neuen Welt" besucht. "Seitdem haben wir keinen Ball verpasst", sagt der 50-Jährige, der seit 2003 an der Universität der Bundeswehr in München als Mathematik-Professor arbeitet. "Ich hatte meinem Mann 1989 den Kurs geschenkt", sagt die 48-Jährige, die aus Lengenfeld stammt und als Ärztin für Nierenkrankheiten in München arbeitet.


Die beiden haben bis zum Weggang aus Chemnitz 2003 bei Kießlings getanzt und kommen seither zweimal im Jahr nach Zwickau zu den Bällen der Tanzschule. Auch wenn sie in den vergangenen zehn Jahren ebenfalls in München auf Bällen waren: Mit der angenehm-lockeren Atmosphäre und dem Ambiente der Veranstaltungen ihrer Tanzschule kann nicht einmal der "Bayrische Hof" mithalten, sind sich die Wahl-Münchner sicher und schwärmen von den tollen Showeinlagen.
Ganz begeistert von dem Ambiente und dem Publikum des Balls waren am Samstag auch die amtierenden Deutschen Meister und die fünften der diesjährigen Weltmeisterschaft im Latein, Marius Balan und Nina Bezzubova. Sie sind seit 2004 das erste deutsche Paar und das jüngste überhaupt, das das Finale der Weltmeisterschaft erreichte. Die aus Lettland stammende Tänzerin kam erst vor zweieinhalb Jahren nach Deutschland. "Marius hat mir, nachdem ich mich von meinem Tanzpartner und er sich von seiner Tanzpartnerin getrennt hatte, über das Internetportal Facebook ein Angebot gemacht", sagt die nur 1,59-große Tänzerin. Es war kein "unmoralisches Angebot", sondern eine Einladung zum gemeinsamen Trainieren in Deutschland.
"Ich habe im ersten Moment gedacht, was will er mit seinen 18 Jahren mit mir tanzen?", sagt die heute 24-Jährige, die bereits als Juniorin auf Weltniveau Turniere getanzt hat. "Dann dachte ich: Was soll's, ich war zwei Jahre in Italien, warum soll ich es nicht in Deutschland mit einem Tanzpartner versuchen?" Seitdem trainieren die beiden ganz eisern zweimal täglich in Pforzheim. Da ihr 21-jähriger Tanzpartner seit Februar die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, dürfen sie Deutschland auf dem internationalen Parkett vertreten.
"Ich kam mit 15 Jahren nach langer Diskussionen mit meinen Eltern aus Rumänien in die Bundesrepublik, um meinen Traum vom Tanzen zu verwirklichen", sagt Marius Balan, der bereits als Fünfjähriger mit seinen Michal-Jackson-Imitationen das Publikum im Kindergarten begeisterte. Die beiden wollen die schlichte schwarze Kleidung, in der die Tänzerin mit blondierter Kurzhaar-Frisur toll aussieht, zu ihrem Markenzeichen machen. "Wir möchten neben den sportlichen Elementen, die ein Muss bei den Wettbewerben sind, mehr Gefühl zwischen Mann und Frau in unseren Choreografien zeigen", sagen die ausgebildeten Tanztrainer.
Sie zeigten in Zwickau auch ihre brandneue Kür aus der Feder von Roberto Albaneso. Er hatte bereits im Oktober 2011 zum Jahresball der Tanzschule Kießling mit der A-Lateinformation des Grün-Gold-Clubs Bremen den Zwickauern eine Weltpremiere präsentiert. Eröffnet worden war der Ball mit einer großen Polonaise. Angeführt wurden diese von den Erfindern der Neujahrs- und Jahresbälle der Tanzschule Kießling in der "Neuen Welt", dem Ehepaar Hans-Jörg und Annerose Kießling, und dem Organisator Lutz Felsmann nebst Gattin.
Die jungen Stepptänzer aus Hemsbach, einer 13.000 Seelen zählenden Stadt im Rhein-Neckar-Kreis, die sich Penguin Tappers nennen, sind 2012 zwar nur die Vize-Weltmeister in der Formation geworden, aber bereits mehrfache Deutsche Meister, Europa- und Weltmeister. Ob auf den Hexen-Besen oder als flinke, blauleuchtende Spinnen im Spiderman-Kostüm - sie begeisterten mit ihrer sprühenden Tanzfreude das Ball-Publikum. Und die meisten im Saal freuten sich Samstagnacht schon auf den nächsten Neujahrsball, der am 4. Januar 2014 in Zwickau stattfindet.

(Quelle: Freie Presse, Foto R. Köhler)

Tänzer seit 55 Jahren
Hans-Jörg Kießling veranstaltet mit seiner Frau Annerose seit 1991 die Neujahrsbälle in Zwickau. Ludmila Thiele sprach mit dem 71-Jährigen.

Freie Presse: Wie bringt man einen Tanzmuffel zum Tanzen?
Hans-Jörg Kießling: Durch schöne Musik, die eingeht. Danach kann man mit ganz einfachen Übungen beginnen. Und dann springt der Funke garantiert über.

Sind die Frauen die treibende Kraft auf dem Weg in die Tanzschule?
Am Anfang. Aber im Ergebnis, wenn die Männer dahintergekommen sind, dass das Tanzen ganz angenehm ist und es um einen Fortgeschrittenenkurs geht, dann sind sie mitunter die treibende Kraft.

Seit wann tanzen Sie selbst?
Wir haben mit 16 angefangen. Dann kam ein Fortgeschrittenenkurs, dann noch einer und noch einer, und dann sind wir einem Tanzkreis beigetreten. Von 1975 bis 1980 haben wir als Amateure und danach noch drei Jahre während unserer Trainerausbildung als Profis Turniere getanzt. 1983 haben wir uns mit unserer Tanzschule selbstständig gemacht.

Wie viele Paare haben Sie seither unterrichtet?
Das ist schwer zu sagen. Aber mindestens 80 Prozent der 850 Ballgäste im Saal kann ich mit Namen begrüßen, weil die meisten in unseren Kursen waren.

Was hat sich in den vergangen 30 Jahren verändert?
Die lateinamerikanischen Tänze haben mehr Zuspruch gewonnen.

Warum richtet eine Chemnitzer Tanzschule ihre Bälle hier aus?
Wir haben im "Chemnitzer Hof" begonnen. Doch die 450 Plätze reichten nicht aus. Nach der Wende haben wir in Zwickau mit 600 Leuten angefangen. Nach dem zweiten Ball war der Saal mit 850 Gästen immer voll.

(Quelle: Freie Presse, 7.1.2012)

Adresse

Tanzschule-Kießling - Die Tanzgesellschaft -
im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" Zwickau
verantwortlich: Lutz Felsmann
Telefon: 0176 57 69 7668
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