Donnerstag, 12 Dezember 2019

2011 - Neujahrsball

900 Besucher zur 21. Auflage des Neujahrsballs

Zwickau. Er ist nicht so glamourös wie der Dresdner Opernball, die Besucher zeigen keine elitären Allüren und der Tanz ist nicht nur schmückendes Beiwerk zum Spiel „Sehen und gesehen werden“. Wohl gerade deshalb kommt der Zwickauer Neujahrsball beim Publikum so gut an. Nun schon zum 21. Mal.

Mehr als 900 Gäste folgten am Samstagabend der Einladung von Annerose und Hans-Jörg Kießling ins Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“. Der Neujahrsball ihrer Tanzschule ist bodenständig, bei den Gästen aus der Region zwischen Glauchau, Mittweida und Döbeln eine feste Größe im Kalender. Das gilt auch für den Frohburger Mediziner Gunter Guhl, der seit 15 Jahren teilnimmt. Er ist wie die meisten Ballbesucher über einen Tanzkurs bei dem aus Wittgensdorf stammenden Tanzlehrerpaar zum Ball gekommen und schätzt nach wie vor die „traditionelle Form des Balles, das Jugendstil-Ambiente des Hauses und das Publikum, das mit beiden Beinen im Leben steht“. Die „Mischung aus festlicher Atmosphäre, tänzerischen Sensationen im Programm und der vielseitigen Musik auf dem Parkett“ war für die Lehrerin Sylvia Völs und ihren Mann ausschlaggebend, dem Ball seit 1994 die Treue zu halten. „Wir wollten mehr als nur immer wieder Diskofox tanzen. Hier wird auch mal eine Rumba, Samba oder ein Tango gespielt.“

Zur Musik der Reinhard-Stockmann-Band aus Dresden schwangen nicht nur die Gäste das Tanzbein, sondern auch die World-Cup-Sieger der Kombination Standard/Latein, Anton Skuratov und Alena Uehlin. Sie begeisterten das Publikum mit einem Ausschnitt aus ihrem Repertoire von Walzer bis Tango.

Die Herzen der Gäste eroberten danach die „Wilden 16“, eine bayerische Rock’n’Roll-Formation. Die 12- bis 17-jährigen Mädchen und Jungen haben im Vorjahr alle deutschen Meistertitel gewonnen, die es im Juniorenbereich zu holen gab, und schafften es bei der WM der Rock’n’Roll-Formationen auf Rang 3. In Zwickau zeigten sie einige akrobatische Nummern wie den „Todessturz“ und klassische Hebefiguren. Bei Rentnerin Ingeborg Girbig aus Hartha weckte das manche lebhafte Erinnerung an ihre Jugend in den 50er-Jahren: „Die Nummer mit den Anspringen des Tanzpartners haben wir damals auch gemacht“.

Der Ball ist auch ein Treffpunkt für Menschen mit einem gemeinsamen Interesse, dem Tanz. Das Gros der Stammgäste sind viele ehemalige oder aktive Tanzkurs-Teilnehmer der Kießlings, „und es sind viele Kunden unserer Bank“, wie Birgit Türschmann, Vorstandsvorsitzende der Volksbank-Raiffeisenbank Glauchau, aus Erfahrung weiß. Jedes Jahr aufs Neue entscheide der Vorstand, den Ball als Sponsor zu unterstützen. „Auch weil das viele Mitglieder und Kunden von uns erwarten“, so Türschmann. Für die leidenschaftliche Hobbytänzerin verbindet sich so die Pflicht mit dem Angenehmen.

Sie hat noch keinen Ball der Kießlings verpasst, ist auf dem Saal omnipräsent, entweder im Gespräch mit Gästen oder beim Tanz. „Das ist letztlich auch ein Stück Förderung der einheimischen Gewerbetreibenden“, meint die Bankchefin. So hätten vor den Bällen Friseure, Bekleidungsgeschäfte oder Juweliere der Region spürbar mehr Aufträge als sonst. „Und wenn die Leute hier in angenehmer Atmosphäre ins Gespräch kommen und sich so später noch so mancher Geschäftskontakt anbahnt, kann das nicht verkehrt sein.“

Von Jan Leißner, mit Textauszügen aus der Zwickauer und Glauchauer Lokalausgabe der "Freien Presse" vom 10. Januar 2011

Adresse

Tanzschule-Kießling - Die Tanzgesellschaft -
im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" Zwickau
verantwortlich: Lutz Felsmann
Telefon: 0176 57 69 7668
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!